<HEAD> <TITLE>E30Forum.de / E30-Forum.de - do it yourself</TITLE> <LINK REL="stylesheet" TYPE="text/css" HREF="http://www.e30forum.de/css/schrift.css"> <meta http-equiv="Content-Language" content="de"> <meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=windows-1252"> <meta name="GENERATOR" content="Der Bossi-Editor"> <meta name="ProgId" content="Bossi.Editor"> <meta name="Microsoft Border" content="none, default"> <base target="_self"> <meta name="Author" content="Bossi"> <meta name="Publisher" content="Bossi"> <meta name="Copyright" content="Bossi"> <meta name="Keywords" content="BMW M3 E30, Tuning, Fotos, M3, E30, BMW, S14, S38, M30, Turbo, Motorsport, Tourenwagen, Cecotto, Europameister, E-Lfter, M3 E30, Alufelgen, Tieferlegung, Sport, Sportsitze, Galerie, Fotostory, e30wuppertal.de, Zweitrer, Cabrio, Turbolader, Evo, EvoI, EvoII, Sport Evo, 195, 215, 200, 238, 195 ps, 215 ps, 200 ps, 238 ps, BMW-Treffen, PS, Leistung"> <meta name="Description" content="Diese Seite ist dem BMW E30 gewidmet , Hier sind alle Information zu diesem Thema bereitgestellt"> <meta name="Page-topic" content="BMW M3 e30 tuning S14 motorsport"> <meta name="Audience" content="Fans"> <meta name="Content-language" content="DE"> <meta name="Page-type" content="Forum"> <meta name="Robots" content="INDEX,FOLLOW"> </HEAD> <BODY BGCOLOR="#000000" BACKGROUND="http://e30forum.de/images/bg01.gif"> <CENTER> <table BORDER=0 CELLSPACING=5 CELLPADDING=5 WIDTH="650" HEIGHT="100%" > <tr> <td VALIGN=TOP> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" height="38"> <tr> <td colspan="1" width="10" height="40" valign="top"><img src="http://www.e30forum.de/media/titel-1.gif" border="0" /></td> <td colspan="1" width="90"height="40" valign="middle" background="http://www.e30forum.de/media/titel-2.gif"><font face="verdana, arial, helvitica"><font color="#000000"><font size=-1><B>&nbsp;&nbsp;&nbsp;DIY/FAQ:&nbsp;&nbsp;&nbsp;</B></a></td> <td colspan="1" width="11" height="40" valign="top"><img src="http://www.e30forum.de/media/titel-3.gif" border="0" /></td> <td colspan="1" width="510" height="40" valign="middle" background="http://www.e30forum.de/media/titel-4.gif"><font face="verdana, arial, helvitica"><font color="#FFFFFF"><font size=-1><B>--===> Neues vom schraubenden Akademiker ohne Plan <===--</B></td> <td colspan="1" width="26" height="40" valign="top"><img src="http://www.e30forum.de/media/titel-5.gif" border="0"></td> </tr> <TR> <table COLS=1 WIDTH="100%" BGCOLOR="#444444"> <TD> <font face="Arial,Helvetica" color="#EEEEEE" size=-1> <P>I<B>AA 2003, oder: K&ouml;rperteilpunkte</b></p> <p>Eigentlich wollte ich nach der Motor Show 2000 in Essen nie wieder auf eine Automesse. Nicht, weil der Eintritt zu hoch war oder die gezeigten Fahrzeuge entt&auml;uschend - sondern einzig und allein wegen der nur zu gut bekannten, nervt&ouml;tenden, prolligen und schlichtweg unertr&auml;glichen Besucherschaft, die in k&uuml;rzester Zeit jeden halbwegs gepflegten kontaktfreudigen Partyl&ouml;wen zu einem soziopathischen W&uuml;steneinsiedler mutieren l&auml;sst. Ihr wisst, wovon ich spreche: Tennissockentr&auml;ger-in-Adventure-Sandalen-Tr&auml;ger, &uuml;berparf&uuml;rmierte Nuttendieseltr&auml;gerInnen ersten Ranges mit olfaktorischem Ordensband zweiter Klasse, mittelalterliche ich-nehm-alles-mit-was-ich-kriegen-kann-Butterfahrtlinge, sp&auml;tpubert&auml;re ich-sprech-doppelt-so-laut-und-will-um-jeden-Preis-auffallen-weil-mein-Penis-so-klein-ist-S&uuml;dlinge, aus dem fernen Osten zugereiste ich-fotografiere-jeden-M&uuml;ckenpfurz-Touristen und nat&uuml;rlich auch die ich-bin-behindert-deshalb-darf-ich-alles-Rollifahrer, die unbest&auml;tigten Ger&uuml;chten zufolge sowohl mit den mein-Kinderwagen-hat-immer-Vorfahrt-&Ouml;komamas als auch mit den mein-Krankenkassen-Fahrgestell-ist-meine-Nahkampfwaffe-Pflegef&auml;lle-in-spe in direkter Linie verwandt sein sollen. Ja, Ihr seid gemeint! Und noch viele andere.</p> <p>Eigentlich wollte ich Euch aus dem Weg gehen, wenn immer es m&ouml;glich ist. Aber dann habe ich es mir anders &uuml;berlegt. Warum nicht einmal zur&uuml;ckschlagen? Mit diesem Gedanken bin zur Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt gefahren. Und habe mich gr&uuml;ndlich f&uuml;r alles ger&auml;cht. Aber lest selbst...</p> <p><b>Sonntag abend, 20 Uhr</b>: Ich bereite mich auf den IAA Besuch am n&auml;chsten Tag vor und packe folgende Utensilien in meine Luis Vuitton Aktentasche, die mir ein freundlicher, schwarzafrikanischer Verk&auml;ufer im letzten Strandurlaub zu einem Supersonderpreis &uuml;berlassen hat:</p> <ul> <li>meine selbstnachgemachte <a href="http://www10.americanexpress.com/sif/cda/page/0,1641,10732,00.asp" target="_blank">American Express Centurion Visitenkarte</a> (wozu Schlecker Kundenkarten und Laserdrucker doch gut sein k&ouml;nnen...)</li> <li>meine garantiert echte Rolex Oyster (die ich f&uuml;r einen kleinen Aufpreis auf die Luis Vuitton Tasche bekam)</li> <li>einen toten Fisch vom Hamburger Fischmarkt</li> <li>eine Tube Mayonaise</li> <li>ein W&ouml;rterbuch Kisuaheli - Deutsch</li> <li>ein gebrauchtes Kondom</li> <li>eine gebrauchte Windel (luftdicht verpackt)</li> <li>eine sehr teuer anmutende Visitenkarte mit adligem Namen </li> <li>ein altes, aber funktionsf&auml;higes H&ouml;rger&auml;t vom Flohmarkt</li> <li>ein DIN-A-4-Pappschild mit der Aufschrift &quot;Ich gr&uuml;&szlig;e meine Oma in Brechen!&quot;</li> <li>eine kleine Flasche Nuttendiesel &quot;Opossum Extra Strange&quot;</li> <li>ein Feuerzeug in Form einer Handgranate</li> <li>eine Digicam mit leistungsf&auml;higem Blitz.</li> </ul> <p>Nachdem ich meinen besten Designer-Anzug aus dem Schrank geholt habe, ist die IAA Grundausstattung komplett. Ich hoffe, dass die Taschenkontrollen am Eingang nicht zu pedantisch sind, lege mich ins Bett, &uuml;berlege mir vorm Einschlafen die wirkungsvollen Strategien, dem Sicherheitsdienst die Mitnahme dieser doch recht ungew&ouml;hnlichen Zusammenstellung an f&uuml;r sich harmloser Haushaltsgegenst&auml;nde auf m&ouml;glichst unverf&auml;ngliche Art und Weise zu erkl&auml;ren, schwanke dabei zwischen einem &uuml;berraschten &quot;<i>Oh - da hab ich wohl aus Versehen die Handtasche meiner Frau mitgenommen</i>&quot; (die Standardausrede, mit der man als Mann jeglichen Tascheninhalt mit einem mitleidsvollen Grinsen genehmigt bekommt - solange die Tasche nicht von einer Frau untersucht wird) und einem gefl&uuml;sterten &quot;<i>ich bin in Wirklichkeit McGyver und man wei&szlig; ja nie...</i>&quot; und entscheide mich letztendlich f&uuml;r Variante eins.</p> <p><b>Montag, 05:00 Uhr:</b> Schon beim Aufwachen beschleicht mich das Gef&uuml;hl von Vorfreude, das mir aus meiner Kinderzeit noch gut bekannt ist und das immer beim Aufwachen am Heiligabendmorgen vorhanden war. Motiviert springe ich aus dem Bett, begebe mich in die Dusche, pfeife dort gut gelaunt den Triumphmarsch aus AIDA, erledige die &uuml;bliche Morgentoilette - f&uuml;r die unbedarften Leser: Nein, ich k&auml;mpfe nicht gegen das Klosett - springe in meinen Anzug, schnappe meine IAA Accessoires Tasche, begebe mich zum Bahnhof und entere den p&uuml;nktlich einlaufenden ICE. In den knapp dreieinhalb Stunden bis Frankfurt gehe ich in Gedanken noch einmal den Ablauf der geplanten Aktionen durch und kann mir dabei ein diabolisches Grinsen nicht verkneifen. </p> <p><b>6:30 Uhr</b>: Zeit f&uuml;r einen Toilettengang. Ich wanke durch den Gro&szlig;raumwagenmittelgang und versuche dabei, m&ouml;glichst vielen Reisenden auf die in den Gang hereinragenden Taschen, Zeitungen oder auch Gliedma&szlig;en zu treten - quasi als Einstimmung auf den weiteren Tagesverlauf - und freue mich &uuml;ber jeden am Gang sitzenden Sandalentr&auml;ger.</p> <p><b>6:35 Uhr</b>: Das erste Gesch&auml;ft des Tages ist abgeschlossen. Ich bet&auml;tige die ICE Toilettensp&uuml;lung und sehe interessiert zu, wie mein Gesch&auml;ft samt Toilettenpapier mit orkanartiger Wucht durch ein recht eng anmutendes Abflussrohr gesaugt wird. Dabei erinnere ich mich vage an eine Zeitungsartikel, in dem beschrieben wurde, dass die ICE Toilettensp&uuml;lung - oder eher: das Toilettenleersaugen - durch den Luftdruck unterhalb des ICE-Waggons bet&auml;tigt wird, frage mich wohin sich die Pl&ouml;rre eigentlich verteilt und f&uuml;ge den Beruf &quot;ICE-Waggon-von-unten-Putzer&quot; der Liste derjenigen Berufe hinzu, die ich auch unter Androhung von Folter nicht ergreifen werde. </p> <p><b>07:30 Uhr</b>: Ich bekomme Hunger und verputze fr&ouml;hlich das mitgebrachte Knoblauchzwiebelbr&ouml;tchen. Da ich Durst bekomme und zu einem z&uuml;nftigen Fr&uuml;hst&uuml;ck auch ein leckerer Kaffee geh&ouml;rt, &uuml;berlege ich einen Moment, ausnahmsweise doch einmal 5 Euro f&uuml;r einen Pappbecher mit brauner Pl&ouml;rre auszugeben, der zumindest von der Temperatur her die Illusion von Kaffeegenuss beinhaltet, entscheide mich wegen des unvermeidlichen Brechreizes nach dem Genuss dieser Chemikalie aber dagegen und sammele stattdessen 10 Minuten lang meinen Speichel, den ich dann mit einem herzhaften &quot;GULP&quot; auf ex hinunterschlucke. Was den positiven Nebeneffekt hat, dass mein Platznachbar seinen Sitzplatz verl&auml;sst und mir damit freundlicherweise ausreichend Platz f&uuml;r ein kleines Nickerchen &uuml;berl&auml;sst. </p> <p><b>09:30 Uhr</b>: Frankfurt Hauptbahnhof. Ich verlassen den ICE, begebe mich in den Nahverkehrsbahnhof und sinniere 10 Minuten lang vor einem gro&szlig;en, roten Kasten mit vielen lustigen Kn&ouml;pfen und kryptischen Zeichen dar&uuml;ber, ob das L&ouml;sen einer Karte f&uuml;r den &Ouml;PNV (&ouml;ffentlichen Personen Nahverkehr) einfacher wird, wenn mal ein paar Malinesische Verkehrsexperten nach Deutschland eingeflogen werden, um mit ihrem Know-how eine benutzerfreundliche Bedienung und Preisstruktur f&uuml;r den &ouml;ffentlichen Nah- und Fernverkehr zu konzipieren.</p> <p><b>09:40 Uhr</b>: Ich stehe am S-Bahn-Gleis. Da ich nicht der letzte sein will, der in die S-Bahn einsteigt, lasse ich die erste S-Bahn zur Messe unverrichteter Dinge wieder abfahren, nachdem ich genau darauf geachtet habe, wo ich stehen muss, damit die S-Bahn-T&uuml;r unmittelbar vor meiner Nase h&auml;lt. Was bei der n&auml;chsten S-Bahn auch der Fall ist. Die T&uuml;r &ouml;ffnet sich direkte vor meiner Nase und ich grinse stolz die Menschen an, die dieselbe verlassen wollen. Aber nicht k&ouml;nnen, weil ich direkt vor der T&uuml;r stehe. Egal, mich kriegt da keiner weg!</p> <p><b>09:45 Uhr</b>: Ich sitze in der vollen S-Bahn mit meiner Tasche neben mir auf einer Sitzbank und &uuml;berlege, ob im Mittelgang der gehbehinderte Epileptiker, die Hochschwangere mit dem kleinen Kind an der Hand oder das hochgreisige Ehepaar beim Beschleunigen und Bremsen der S-Bahn zuerst umf&auml;llt. </p> <p><b>09:50 Uhr</b>: Niemand f&auml;llt um. Mir wird langweilig. Ich stehe auf, begebe ich mich in den n&auml;chsten vollen Waggon, hole dort nach dem Anfahren der Bahn meinen Schwerbehindertenausweis aus dem Portemonnaie, halte ihn in die Luft und br&uuml;lle laut &quot;FAHRKARTENKONTROLLE&quot;. Als ge&uuml;bter Schwarzfahrer entdecke ich nat&uuml;rlich sofort die nerv&ouml;sesten Gesichter im Waggon und kassiere 20 Euro in bar vom &auml;rmsten Schwein, das ich entdecken kann. Daf&uuml;r erstatte ich nat&uuml;rlich ausnahmsweise keine Anzeige. Das Eintrittsgeld f&uuml;r die IAA ist damit im Sack. Bingo!</p> <p><b>10:00 Uhr</b>: Messegel&auml;nde! Ich begebe mich schnurstracks Richtung Messeeingang und versuche dabei, so viele IAA-linge wie m&ouml;glich zu &uuml;berholen und der Erste zu sein. Zwar ist der Tag noch lang, die Schlangen sind noch lange nicht lang und ich habe es nicht eilig, aber schlie&szlig;lich geht es ums Prinzip! </p> <p><b>10:15 Uhr</b>: Ich sortiere mich vor einer Reihe von Kartenschaltern in die l&auml;ngste Schlange ein. Dabei achte ich penibel darauf, einen Abstand von 5 cm zum Hinterkopf meines Vordermanns nicht zu &uuml;berschreiten und den vorhin gegessenen Knoblauch nicht wieder vollst&auml;ndig auszuhusten. </p> <p><b>10:25 Uhr</b>: Ich bin dran, frage die Dame am Kartenschalter freundlich <br> &quot;Oleewa kraggi makusata akram IAA pallaga trabusko?&quot; <br> und ernte Unverst&auml;ndnis. Ok, neuer Versuch: <br> &quot;Clatu Verata Nictu?&quot; <br> Die Dame schaut mich konsterniert an und signalisiert Unverst&auml;ndnis. Ich hole mein Kisuaheli-W&ouml;rterbuch aus der Tasche, bl&auml;ttere ein Weilchen darin, frage dann mit starkem und phantasievollem Akzent:<br> &quot;Entschuldigen Sie viel bitte, macht es ihnen Umst&auml;nde mir zu geben ein Geschlechtsorgan mit Beschreibung?&quot; <br> und schaue die Dame flehend an. Leider habe ich es offenbar mit einem &uuml;berdurchschnittlich intelligentem und abgebr&uuml;hten Exemplar von Servicepersonal zu tun und bekomme ohne weitere Fragen meine Karte samt Messeplan. Noch nicht einmal einen unfreundlichen Gesichtsausdruck kann ich erhaschen. Na warte! Ich bezahle den geforderten Betrag, stecke das R&uuml;ckgeld ein und kann es mir nicht verkneifen, mich mit einem liebensw&uuml;rdigen L&auml;cheln und einem ebenso liebensw&uuml;rdig ges&auml;uselten und nat&uuml;rlich akzentfreien <br> &quot;Vielen Dank. Ich w&uuml;nsche Ihnen noch einen wundervollen Tag!&quot; <br> zu verabschieden.</p> <p><b>10:30 Uhr</b>: Eingang, Kartenkontrolle, Sicherheitskontrolle. Alles geht glatt; meine Tasche wird nur oberfl&auml;chlich kontrolliert. Die Kaugummis werden mit einem warnenden Hinweis &quot;aber nicht unter die Autositze kleben!&quot; bedacht, die Handgranate f&auml;llt nicht weiter auf. Ich tippe auf ein US-Amerikanisches Sicherheitsunternehmen und beschlie&szlig;e, diese Aktion demn&auml;chst auf dem Hamburger Flughafen zu wiederholen.</p> <p><b>10:35 Uhr</b>: Ich bin drin. Das ist ja einfach! Ich bewege mich unauff&auml;llig mit dem Strom der sich durch die G&auml;nge wogenden Massen, freue mich auf das kommende Vergn&uuml;gen und beschlie&szlig;e, erst einmal eine Toilette aufzusuchen.</p> <p><b>10:45 Uhr</b>: Da es noch relativ fr&uuml;h am Vormittag ist, sind die Toiletten auch noch relativ sauber. Noch! Ich lasse die Pissoirs links liegen und betrete eine Sitztoilette, in die ich - nat&uuml;rlich im Stehen ausgiebig uriniere - nat&uuml;rlich ohne die Klobrille hochzuklappen. Ich verteile noch etwas Klopapier im Raum und verlasse die Toilette m&ouml;glichst rasch ohne die Sp&uuml;lung zu bet&auml;tigen und nat&uuml;rlich auch ohne mir vorher die H&auml;nde zu waschen. Das lohnt sich in Anbetracht des ganzen anstehenden H&auml;ndesch&uuml;ttelns mit den Ausstellern sowieso nicht. Stattdessen creme ich mir die Pfoten f&uuml;r die n&auml;chste Aktion gr&uuml;ndlich mit Mayonaise ein</p> <p><b>11:00 Uhr</b>: Ich betrete zusammen mit gesch&auml;tzten 2 Millionen Messebesuchern den Mercedes-Benz-Tempel. Dank einer Extraprise meines gesch&auml;tzten Nuttendiesels &quot;Opossum Extra Large&quot;, das ich mir vor dem Betreten in ausreichendem Ma&szlig; &uuml;ber die Birne gespr&uuml;ht habe, werde ich im Gedr&auml;nge nicht allzu sehr eingeengt und gelange relativ schnell zu den die Menschenmasse nach oben schaufelnden Rolltreppen, auf deren schwarzes Griffband ich die an meinen H&auml;nden klebende Mayonaise so unauff&auml;llig wie m&ouml;glich verteile.</p> <p><b>11:10 Uhr</b>: Ich starte meinen ersten Rundgang, beobachte die mit Staubwedeln an den Ausstellungsfahrzeugen herumhantierenden Studenten und lasse meine fettigen H&auml;nde leidenschaftlich &uuml;ber den Neulack und vor allem die wundersch&ouml;n gewienerten Autoscheiben gleiten. Unglaublich, wie viel tolle Autos da rumstehen und gr&uuml;ndlich untersucht werden wollen!</p> <p><b>11:30 Uhr</b>: Um ein besonders sch&ouml;nes Cabriolet schart sich eine dichte Meute aufgeregter und &uuml;berwiegend &auml;lterer J&auml;germeister mit Bierbauch und Digicam. Ich dr&auml;ngle mich r&uuml;cksichtslos ganz nach vorne und hantiere unbeholfen mit meiner Digicam herum, die dem f&uuml;lligen Endf&uuml;nfziger neben mir ganz zuf&auml;llig aus kurzer Entfernung in die Augen blitzt. Ups, falsch herum! Ich entschuldige mich mit einem verlegenen L&auml;cheln, das der f&uuml;llige Endf&uuml;nfziger mit den jetzt zugekniffenen Augen durch wilde Gesten mit seinen oberen Gliedma&szlig;en zu quittieren versucht. Netter Mann!</p> <p><b>11:45 Uhr</b>: Ich stehe erneut vor einer aufgeregten und wild mit Digicams hantierenden Menschenmenge, die offenbar um das Ausstellungshighlight schlechthin - einen wundersch&ouml;nen, unerschwinglichen Mercedes Fl&uuml;gelt&uuml;rer - versammelt ist. Das wirklich einmalig sch&ouml;ne Fahrzeug wird durch eine Absperrung von Ber&uuml;hrungen gesch&uuml;tzt wird. Eine lange Schlange voller Prachtexemplare des typischen Messeprolls wartet darauf, von einem vermutlich bei C&amp;A ausrangierten Model durch die Absperrung gelassen zu werden, um sich f&uuml;r ein paar Sekunden in das unerschwingliche Fahrzeug hineinsetzen zu d&uuml;rfen. Das will ich auch!!! </p> <p>Aber erst mal hei&szlig;t es: Fotos versauen! Dabei gilt das Ziel, die eigenen K&ouml;rperteile - welche auch immer - auf m&ouml;glichst vielen Schnappsch&uuml;ssen der fotografierenden Meute zu platzieren. F&uuml;r jedes versaute Bild gibt es imagin&auml;re K&ouml;rperteilpunkte: Je l&auml;nger jemand darauf wartet, endlich auf den Ausl&ouml;ser zu dr&uuml;cken, desto mehr Punkte gibt es, wenn die Aufnahme dann durch einen Arm oder eine Hand versaut wird. Einen Bonus gibt es f&uuml;r das Anrempeln im Moment der Bildaufnahme. Hat der Angesto&szlig;ene ein gef&auml;hrlich aussehendes Tattoo, wird der Bonus verdoppelt. Handelt es sich nicht um eine Digicam sondern eine analoge Kleinbildkamera, bei der jedes verschossene Bild Geld kostet, gibt es noch mal Extrapunkte. Nach ca. 15 Minuten und einem neuen imagin&auml;ren Highscore von 10.000 K&ouml;rperteilpunkten verliere ich die Lust an der Sache und reihe mich in die Schlange der &quot;unbedingt-einmal-in-einem-richtig-teuren-auto-sitzen-m&uuml;ssen-IAA-linge&quot; ein. </p> <p><b>11:55 Uhr</b>: Dank einer neuen Prise Nuttendiesel, zwei Knoblauchbr&ouml;tchen, ein paar laut schmatzend kauenden Kaugummis und ein paar nachhaltigen Bl&auml;hungen bin ich relativ schnell am Ziel der Tr&auml;ume eines jeden IAA-lings: Ich darf mich in das absolute Mercedes-Benz-Messehighlight setzen, die Fl&uuml;gelt&uuml;ren zumachen und alle Kn&ouml;pfe und Schalter ausprobieren. Denn die Fl&uuml;gelt&uuml;r ist zu und der Schalter, den ich zuerst gedr&uuml;ckt habe, ist f&uuml;r die Innenraumverriegelung zust&auml;ndig. Mal schauen, wann die Meute drau&szlig;en ungeduldig wird...</p> <p><b>12:00 Uhr</b>: Ich spiele euphorisch mit den ganzen verschiedenen Schaltern und Kn&ouml;pfen herum und betrachte das ausrangierte C&amp;A Model heimlich aus den Augenwinkeln. Die IAA-linge hinter der Absperrung schauen demonstrativ auf die Uhr. Das ausrangierte C&amp;A Model schaut fragend zu mir, ich winke beruhigend zur&uuml;ck und signalisiere, dass ich gleich fertig bin.</p> <p><b>12:05 Uhr</b>: Die Meute vor der Absperrung wird langsam unruhig. Das C&amp;A Model unterh&auml;lt sich mit dem mir nachfolgenden Fl&uuml;gelt&uuml;reninsassen in spe, was mir die Gelegenheit gibt, den elektrischen Sitz ein bisschen nach vorne zu fahren, die mitgebrachte vollgeschissene Windel auszupacken und dahinter zu verstauen, den Sitz wieder zur&uuml;ckzufahren, die T&uuml;r zu &ouml;ffnen, das Fahrzeug rasch zu verlassen, mich unauff&auml;llig hinter der Menschenmasse vor der Absperrung einzusortieren und das Gesicht des recht w&uuml;tenden mit folgenden Fl&uuml;gelt&uuml;reninsassen zu beobachten, nachdem die Fl&uuml;gelt&uuml;ren runtergeklappt sind und die Luft im Wageninneren nicht mehr nach au&szlig;en entweichen kann. Wie vermutet &auml;ndert sich der Gesichtsausdruck meines Nachfolgers innerhalb sehr kurzer Zeit von euphorischer Begeisterung zu ausgesprochenem Ekel und seine Sitzung wird innerhalb k&uuml;rzester Zeit beendet. Ich verlasse die Halle, bevor ich seine pers&ouml;nliche Bekanntschaft machen kann und freue mich, dass die nachfolgenden Fl&uuml;gelt&uuml;reninsassen in spe nicht mehr so lange warten m&uuml;ssen. Nat&uuml;rlich nicht ohne vorher den St&auml;nder mit Autogrammkarten der Mercedes-Benz-Sportler zu pl&uuml;ndern. Zwar wei&szlig; ich noch nicht, was ich mit 250 Autogrammkarten von Formel 1- und anderen Sportfahrern machen soll. Entscheidend ist einzig und allein, dass keiner mehr au&szlig;er mir eine abbekommt! </p> <p><b>12:10 Uhr</b>: Ab geht's zum Nobelmarken&auml;rgern. Ich schwanke noch zwischen Ferrari, Aston Martin und Maybach, entscheide mich wegen des k&uuml;rzeren Weges aber f&uuml;r Ferrari. Leider habe ich nicht damit gerechnet, dass der Ferrari-Stand offenbar Treffpunkt der 1. bundesdeutschen Kegelbr&uuml;der-mit-roten-Ferrarim&uuml;tzen-klubtreffen ist. Ein Hindurchkommen zwischen dieser horrenden fleischigen Masse degenierierter, gr&ouml;hlender, bierb&auml;uchiger und wei&szlig;sockiger 10-Zeller (f&uuml;r jeden Zylinder eine) ist hoffnungslos. Da ich mein Maschinengewehr nicht dabei habe und das Handgranatenfeuerzeug leider nur ein Feuerzeug ist, trete ich einen strategischen R&uuml;ckzug an und beschlie&szlig;e, es vorerst einmal bei Aston Martin zu versuchen.</p> <p><b>12:30 Uhr</b>: Aston Martin! Das einzig wirklich standesgem&auml;&szlig;e Fahrzeug f&uuml;r Bond, James Bond! Dank der eingebauten Maschinengewehre auch sehr sinnvoll einsetzbar f&uuml;r Kegelbr&uuml;derklubtreffen auf der IAA oder Passat TDI's auf der linken Autobahnspur... aber das ist eine andere Geschichte.</p> <p>Nat&uuml;rlich ist der komplette Aston Martin Stand Sperrgebiet. Der Eintritt erfolgt nur nach genauer Begutachtung des stellvertretenden Vorsitzenden des &quot;Vereins f&uuml;r snobistische Lackaffen mit Kleiderb&uuml;gel im Arsch e.V.&quot;. Also gut, jetzt hei&szlig;t es: Guten Eindruck machen und versuchen, noch hochn&auml;siger und arroganter aufzutreten und dem Gegen&uuml;ber mit einem Blick verstehen zu geben, dass man ihn f&uuml;r ein v&ouml;llig unw&uuml;rdiges Insekt auf dem Planeten h&auml;lt, das man noch nicht einmal als pers&ouml;nlichen Eisenbahnwaggon-von-unten-Putzer der privaten ICE Luxuswaggons f&uuml;r einen Hungerlohn besch&auml;ftigen w&uuml;rde. Dank Einsatz meiner speziellen IAA-Visitenkarte, die ich nat&uuml;rlich so &uuml;berreiche, dass meine garantiert echte Rolex Oyster genauso wenig zu &uuml;bersehen ist wie meine AmEx Centurion klappt das auch hervorragend - und ich werde mit devotem Blick und leicht angedeutetem Buckel in das Heiligtum eingelassen. Die mir ausgestreckte Hand &uuml;bersehe ich dabei nat&uuml;rlich. Weniger wegen des Standunterschiedes zwischen mir und dem gew&ouml;hnlichen Verk&auml;ufer als vielmehr wegen der Mayonaise auf meiner Hand, die ich kurze Zeit sp&auml;ter liebevoll auf dem edlen Holz im Innenraum des 150.000 Euro-Sportwagens verteile. In einem unbeobachteten Moment schaffe ich es auch noch, den toten Fisch im Handschuhfach zu verstauen und das gebrauchte Kondom zwischen die hinteren Notsitze zu klemmen. </p> <p><b>12:45 Uhr</b>: Ich lasse mich dazu herab, mit einem weiteren Verk&auml;ufer - offensichtlich dem stellvertretenden Vorsitzen des &quot;Vereins f&uuml;r bornierte Gesichtsausdr&uuml;cke&quot; - ein Gespr&auml;ch zu f&uuml;hren und beobachte dabei den Sabber auf seinen Lippen, als dieser einen Blick auf meine gut gef&auml;lschte AmEx erheischt. Kurze Zeit sp&auml;ter sitze ich in der VIP-Lounge, werde von ausrangierten Bond-Girls aus den 60er Jahren mit exklusiven Getr&auml;nken versorgt und lasse mir von meinem Gegen&uuml;ber meinen ganz pers&ouml;nlichen Aston Martin konfigurieren. Nat&uuml;rlich geize ich nicht mit Details, schlie&szlig;lich spielt Geld keine Rolle. </p> <p><b>12:55 Uhr</b>: Je n&auml;her der erwartete Vertragsabschluss r&uuml;ckt, desto triefender wird der Blick meines Gegen&uuml;bers. Der ausliefernde H&auml;ndler in Hamburg ist bereits ausgesucht, die Fahrzeugkonfiguration fast abgeschlossen. Fast.... denn eine Sache habe ich noch vergessen: Die Anh&auml;ngerkupplung! Die muss nat&uuml;rlich dabei, schlie&szlig;lich kann ich mein Pferd auf dem Weg zum Polo nicht im sp&auml;rlich bemessenen Kofferraum transportieren. Mein Gegen&uuml;ber schaut mich mit einem Gesichtsausdruck eines Menschen an, dessen Gehirnzellen spontan von allen neuronalen Zwangsverflechtungen befreit worden sind und deshalb freiflottierend durch den Sch&auml;delraum wabern - auf der Suche nach einem bekannten Muster, nach dem sie sich neu orientieren k&ouml;nnen. Ich frage noch einmal freundlich nach der maximalen St&uuml;tzlast der Anh&auml;ngerkupplung f&uuml;r meinen Traumwagen und bemerke, dass die bornierten Gesichtsz&uuml;ge meines Gegen&uuml;bers in sich zusammenfallen wie ein gerade aufgehender Brandteig im Ofen bei zu fr&uuml;h ge&ouml;ffneter Ofent&uuml;re. Da ich auf meine Frage keine Antwort mehr bekomme sondern nur eine Art entsetztes Japsen wahrnehme, verschwende ich hier keine weitere Zeit mehr und verlasse den Verein. Dann halt nicht! Auf zu BMW!</p> <p><b>13:30 Uhr</b>: Ich betrete die hoffnungslos &uuml;berf&uuml;llte BMW Halle. Horden extrem aufgeregter IAA-linge dr&auml;ngeln sich um extrem h&auml;ssliche High-Tech Autos und wollen alle probesitzen. Nein, ich bin weder hypochondroid noch paranoid und auch nicht begeisterungsunf&auml;hig. Aber ich verstehe trotzdem nicht, warum man so scharf drauf sein soll, seinen Hintern in ein Fahrzeug zu schwenken, in dem sch&auml;tzungsweise 5.000 andere &Auml;rsche vorher gesessen haben. Ist es ein so tolles Gef&uuml;hl, Lenkr&auml;der, Schalter und Kn&ouml;pfe anzufassen, die vorher sch&auml;tzungsweise 2 Millionenmal von irgendwelchen Grabbelfingern betatscht worden sind, die vielleicht 10 Minuten vorher noch einen m&ouml;glicherweise ungepflegten Pillemann in der Hand hielten oder den vollgepissten Sp&uuml;lknopf des Herrenpissoirs gedr&uuml;ckt haben, ohne sich danach die Pfoten abzuwischen? Mir kommt in den Sinn, dass ein IAA Ausstellungsfahrzeug eine optimale Gelegenheit sein d&uuml;rfte, Deutschland in Nullkommanix von einer nicht unerheblichen Anzahl unterbelichteter Individuen zu befreien - man brauchte dabei zu den Millionen Tripper-, Syhillis-, Hepatitis- und sonstige Viren auf einem solchen Lenkrad nur mit einem weiteren t&ouml;dlichen Virus zu infizieren, der in Verbindung mit den Ber&uuml;hren der M&ouml;pse des Titelm&auml;dchens in der aktuellen BILD Zeitung zum pl&ouml;tzlichen Herztod f&uuml;hrt. </p> <p><b>14:00 Uhr</b>: Ich entdecke drei gro&szlig;e Bildschirme, auf welchen die BMW Messeneuheiten pr&auml;sentiert werden - zu jeder vollen Stunde von einem offenbar beim &quot;Offenen B&uuml;rgersender Darmdorf&quot; aussortieren Moderator, der dabei live gefilmt wird. Live! Film! Fernsehen! Kamera! Cool!!! Ich presche mich nach vorne und versuche, m&ouml;glichst effektiv und lange im Blickfeld der Kamera zu sein, dieser m&ouml;glichst aufgeregt zuzuwinken und dabei so pubert&auml;r und verlegen wie irgendwie m&ouml;glich zu Grinsen. </p> <p><b>14:05 Uhr</b>: Die Kamera versucht mir zu entkommen und schwenkt hoch. Darauf bin ich vorbereitet! Schnell hole ich mein Pappschild mit der Aufschrift &quot;Ich gr&uuml;&szlig;e meine Oma in Brechen!&quot; heraus und halte es &uuml;ber meinen Kopf in die Kamera. Der Moderator ist nicht mehr zu erkennen, die Kamera versucht, die Position zu wechseln und wenn ich eine Oma in Brechen h&auml;tte, w&uuml;rde die sich jetzt bestimmt h&ouml;llisch freuen. </p> <p><b>14:10 Uhr</b>: Der Moderator steigt von seiner B&uuml;hne und interviewt ein paar Besucher. Ich dr&auml;ngle mich zum Ort des Geschehens und schaffe es, mit einer Hand volle 20 Sekunden lang zwei Finger hinter seinem Kopf hochzuhalten. Mit der anderen winke ich weiterhin wie bl&ouml;d und versuche w&auml;hrenddessen, andere Besucher, die auch ins Bild wollen wegzudr&auml;ngeln.</p> <p><b>14:12 Uhr</b>: Ich merke, dass ich mit meinem Verhalten irgendwie gar nicht auffalle. So macht das keinen Spa&szlig;. Da m&uuml;ssen h&auml;rtere Kaliber her.</p> <p><b>14:15 Uhr</b>: Ich widme mich also lieber den auf die den Bildschirm bzw. den Moderator begaffende Menge, dr&auml;ngle mich vorsichtig hinein und dabei an verschiedenen Leuten vorbei, um mich dann unmittelbar vor deren Nase aufzubauen. Zwar habe ich dabei st&auml;ndig ver&auml;rgerten Atem im Nacken, aber ich sehe mehr! Aber auch dieses Spiel wird schnell langweilig.</p> <p><b>14:30 Uhr</b>: Ich schlendere zu den BMW Gel&auml;ndewagen. Vor der Fahrert&uuml;r eines besonders exklusiven Exemplars des ultimativen Sportwagens f&uuml;r Oberf&ouml;rster und Gro&szlig;stadtcowboys steht die &uuml;bliche Schlange tennisbesockter IAA-linge, die sich vermutlich noch nicht einmal die Anzahlung f&uuml;r dieses Fahrzeug leisten k&ouml;nnen. Insgesamt bekommt man beim genauen Betrachten der Leute dort den Eindruck, als ob hier die Bewerber f&uuml;r das Casting der neuen ZDF Vorabendserie &quot;Der F&ouml;rster vom Odenwald auf gro&szlig;er Butterfahrt&quot; Schlange stehen. Wie dem auch sei - die Beifahrerseite interessiert offenbar niemanden. Au&szlig;er mir. Ich besteige also das Fahrzeug, l&auml;chel dem offenbar im 15. Monat schwangeren Kugelfisch mit Hut neben mir zu, der es mit hochrotem Schwitzkopf endlich geschafft hat, den Fahrersitz zu erklimmen, &ouml;ffne das Handschuhfach, lasse mein Handgranatenfeuerzeug dort hineingleiten, w&uuml;nsche dem entsetzt glotzenden Fettgesicht neben mir noch viel Spa&szlig; mit dem Auto und mache mich schnellstens durch den Hinterausgang von dannen. </p> <p><b>15:00 Uhr</b>: Ich habe Hunger und hole mir eine sch&ouml;ne fettige tropfende Bratwurst mit Br&ouml;tchen. Obwohl mein Magen knurrt beherrsche ich mich, esse das Ding nicht und st&uuml;rze mich wieder ins Gedr&auml;nge auf dem Weg zum VW-Stand. Dabei versuche ich, m&ouml;glichst vielen Leuten vor mir Bratwurstfett auf die Schulter, die Frisur oder sonst wohin tropfen zu lassen. </p> <p><b>15:20 Uhr</b>: Ich entdecke einen Passat TDI. Jetzt wird's ernst! Zuerst einmal besichtige ich den exklusiven Innenraum mit hellbeiger Nappalederinnenausstattung ausgiebig mit meiner tropfenden Bratwurst und teste dabei intensiv die Kindervertr&auml;glichkeit dieses Vertreterautos. Ich stelle fest, dass eine ausgewachsene Bratwurst in voller Pracht und L&auml;nge in den Aschenbecher passt, wenn man nur lange genug dr&uuml;ckt. <br> Auf dem Fahrersitz spiele ich ein bisschen mit der Verstellautomatik herum, bis ich die Funktionsweise verstanden habe, warte, bis hinter mir ein nicht gerade kleingewachsener Mittdrei&szlig;iger offensichtlich die Ger&auml;umigkeit auf der R&uuml;cksitzbank testen m&ouml;chte und sich auf den R&uuml;cksitz hinter mir zw&auml;ngt und fahre den Sitz genau in dem Moment mit aller Wucht zur&uuml;ck, bis ich einen w&uuml;tenden Schrei h&ouml;re. Ich blicke mich entschuldigend um, tue so, als ob ich mit der Sitzverstellung nicht klarkomme und lege die R&uuml;cksitzlehne ganz aus Versehen noch weiter nach hinten um. So ein Pech! Ich beobachte im R&uuml;ckspiegel das langsam rot anlaufende Gesicht meines Hintermannes und mache die interessante Erfahrung, dass sich durch ein Bet&auml;tigen der Sitzh&ouml;henverstellung der Sitz noch ein paar Zentimeter mehr nach hinten bewegen l&auml;sst. Von hinten ert&ouml;nt ein unartikuliertes Japsen.</p> <p><b>15:25 Uhr</b>: Ich entdecke ein Navigationssystem und teste ausgiebig s&auml;mtliche Funktionen. </p> <p><b>15:45 Uhr</b>: ich stelle fest, dass ich mir keinen VW Passat kaufen werde. Vor allem deshalb, weil mir die Sitzverstellung einfach nicht einfach genug konstruiert ist. Also verlasse das Fahrzeug wieder, winke dem immer noch mit hochroter Gesichtsfarbe wild gestikulierenden und offenbar eingeklemmten auf der R&uuml;cksitzbank fr&ouml;hlich zu und tauche gutgelaunt im Gedr&auml;nge unter.</p> <p><b>16:15 Uhr</b>: Nachdem ich mich durch das Vorfeld mit unz&auml;hligen Klein- und Kompaktwagen gequ&auml;lt habe stehe ich vor meinem letzten Opfer: Einem neuen mit High Tech vollgespickten und nicht gerade billigen Audi A8. Ich warte geduldig bis sich die obligatorische &quot;ich-will-auch-mal-in-einem-auto-sitzen-dessen-anzahlung-ich-mir-noch-nicht-mal-leisten-kann&quot;-Schlange aufgel&ouml;st hat und setze mich in diese exklusive Nobelkarosse, die &uuml;ber so ziemlich alle machbaren technischen Gimmicks verf&uuml;gt. Ich schlie&szlig;e die T&uuml;r, suche und finde schlie&szlig;lich auch eine kleine Abdeckung im Armaturenbrett, die sich problemlos heraushebeln l&auml;sst, lasse das eingeschaltete und deshalb laut pfeifende H&ouml;rger&auml;t vom Flohmarkt dort hineinfallen, schlie&szlig;e die Abdeckung wieder und gebe der das Auto flankierenden &auml;u&szlig;erst aparten Audilette ein Zeichen, dass ich eine Frage habe. </p> <p><b>16:30 Uhr</b>: Ich bitte die neben mir auf dem Beifahrersitz Platz nehmende Audilette die Beifahrert&uuml;r zu schlie&szlig;en, frage sie, woher denn der Pfeifton herkommt, den ich als &auml;u&szlig;erst st&ouml;rend empfinde, mache es mir bequem und schaue zu, wie sich die ratlose Dame durch s&auml;mtliche Men&uuml;s des multimedialen Bedienungssystems dieses High Tech Autos qu&auml;lt.</p> <p><b>16:45 Uhr</b>: Das multimediale Bedienungssystem ist umfangreicher als ich dachte.</p> <p><b>17:00 Uhr</b>: Die Audilette neben mir qu&auml;lt sich immer noch verzweifelt durch die Men&uuml;s. Ich murmele etwas von &quot;schlechter Verarbeitung&quot; und mache einen kleinen Spaziergang durch die Ausstellungshalle.</p> <p><b>17:15 Uhr</b>: Im pfeifenden A8 sitzt neben der Audilette noch ein Audiler mit einer Bedienungsanleitung, die vom Umfang her an die neueste Kurzausgabe des Brockhaus erinnert. Ich drehe eine weitere Runde.</p> <p><b>17:30 Uhr</b>: Rund um den pfeifenden Audi ist ein Absperrungsband gezogen. Im Auto sitzen 4 Personen mit Handb&uuml;chern, die wild gestikulieren. Ich hole mir etwas zu trinken.</p> <p><b>18:00 Uhr</b>: Zwei der vorhin noch im Audi sitzenden Personen mit Handb&uuml;chern sind offenbar durch Bundesgrenzschutz-Beamte ersetzt worden. Das wird bestimmt noch lustig hier... die Batterien halten n&auml;mlich knapp eine Woche. Ich &uuml;berlege, ob das Auto total auseinander genommen werden muss oder gleich auf dem Messeparkplatz gesprengt wird und mache mich auf den Weg nach Hause. </p> <p><b>18:30 Uhr</b>: Zusammen mit zig anderen IAA-lingen erreiche ich den Ausgang, begebe mich zur S-Bahn-Haltestelle, erdr&auml;ngle mir mit meinen Ellenbogen einen Sitzplatz gegen ein paar kleingeistige Rentner, besteige eine halbe Stunde sp&auml;ter meinen ICE, in dem ich die Sitzplatzreservierungsschilder so umtausche, dass in der ersten Stunde der an f&uuml;r sich langweiligen Bahnfahrt f&uuml;r kurzweilige Unterhaltung in Form sich heftig um die Sitzgelegenheiten streitenden Reisenden gesorgt ist, werde diesbez&uuml;glich auch nicht entt&auml;uscht und schaffe es auch diesmal, der hinter mir sitzenden Person ihren Kaffee durch ein heftiges Verstellen des Sitzmechanismus im richtigen Moment auf die Klamotten zu kippen. </p> <p><b>22:00 Uhr</b>: Der Zug erreicht den Zielbahnhof. Ich nehme mir ein Taxi, weise den Taxifahrer w&auml;hrend der Fahrt eindringlich auf rote Ampeln, zu &uuml;berholende Fahrzeuge, Zebrastreifen, optimale Fahrtspurenwechsel und die richtige Schaltweise hin und torpediere die Erleichterung im Gesicht des Chauffeurs bei der Ankunft am Zielort gleich wieder dadurch, dass ich mit freundlichem Grinsen einen 500 Euro Schein hinhalte und s&auml;usele: &quot;Ich hab's leider nicht kleiner&quot;...</p> <p>Zwei Stunden sp&auml;ter sinke ich m&uuml;de aber hochzufrieden in die Kissen meines Bettes und freue mich schon auf die n&auml;chste IAA. Schade, dass es erst wieder in zwei Jahren soweit ist. Bis dahin hab ich hoffentlich genug neue Ideen...</p> <P>Greetz vom <a href="&#109;&#97;&#105;&#108;&#116;&#111;&#58;&#116;&#115;&#99;&#104;&#111;&#107;&#64;&#97;&#114;&#99;&#111;&#114;&#46;&#100;&#101;">schraubenden Akademiker ohne Plan</a> <a href="http://www.tschok.de.vu">www.tschok.de.vu</a> <br><font face="Arial,Helvetica"><font size=-2>Dieser Text ist urheberrechtlich gesch&uuml;tzt und darf nicht ohne Erlaubnis abgedruckt oder anderweitig ver&ouml;ffentlicht werden.</font></font> <br>&nbsp;</td> </tr> </table></center> </body> </html>