DIY/FAQ:    --===> PRO-TEC Oil Booster <===--

Also, erstmal lautet auch meine Meinung: Jedes Additiv - und das ist ein Ölzusatz ja - sollte erstmal sehr kritisch beäugt werden, da gibt's nämlich 'ne ganze Menge Schrott auf dem Markt, der sogar schädlich ist. MoS-2 und Teflon/PTFE und Co. haben nun schonmal gar nichts in einem Verbrennungsmotor zu suchen. Ersteres setzt nämlich feine Ölkanäle zu bzw. verjüngt die Querschnitte und Teflon ist ziemlich umweltschädlich, wenn es verbrennt (deshalb sind solche Zusätze in den USA auch ganz verboten und DuPont hat übrigens offiziell den Einsatz als Zusatzschmiermittel gesperrt!), außerdem muß mir erstmal einer glaubhaft erklären, wie das Teflon denn bitte im Öl schwimmend auf die Metalloberflächen kommen soll und dort dann auch haften bleibt, *kopfschüttel*. So, jetzt aber mal andersrum betrachtet: Warum sollte der Ölhersteller nicht schon sein Öl so gut machen können, daß jeglicher Zusatz unnötig ist? Oder: Was kann man denn überhaupt noch verbessern?
Tja, da hab' ich inzwischen zweierlei herausgefunden:
1. Ein Top-Öl, das nicht nur geradesoeben die werbewirksamen Normen erfüllt, kostet richtig Geld, von dem her sind tatsächlich die meisten Öle deutlich verbesserbar, gerade auch die Longlife-Öle/0W-Öle, da dort die Kompromisse am größten sind und zu teuer darfs für die Werkstatt ja auch nicht werden im Einkauf.
2. Kluge Hersteller, wie Motul, kucken nicht zu sehr auf den max. Gewinn bzw. gute Konditionen für die Werkstätten, sondern haben eigene, sehr hohe Qualitätsanforderungen, deshalb findet man es auch fast nur bei Bosch-Händlern und Motorrad-Werkstätten. Gerade Motul verwendet ja Ester in unterschiedlichen Anteilen und das ist richtig teuer in der Herstellung. Da es sich hier schon um praktisch optimale Öle handelt (gerade bei dem teuren 15W-60 Le Mans-"Saft"), ist es schwer, da noch was zu verbessern, bei einem Standard 10W-40-Öl dagegen ist der Effekt viel größer (s.u.). Aber: Es geht, ich teste das momentan und poste das irgendwann dann hier, wenn ich Ergebnisse habe. Zu Tufoil: Ich hab' mir mal das Datenblatt angesehen und siehe da: Es ist relativ viel PTFE drin, ziemlich genau 10mal soviel wie z.B. bei Slick 50 (einem der Verfechter von Teflon). Der Rest ist o.k. und klingt zumindest auf dem Papier nach einer ganz vernünftigen Legierung. Interessant ist der angegebene Flammpunkt von 300° Fahrenheit (entspricht ungefähr 150°C), denn PRO-TEC Oil Booster liegt nochmal um 90°C drüber.

Der Effekt vom Oil Booster ist jedenfalls folgender:
A) Im kalten Zustand ist der Booster sehr zäh, legt sich auf die Metalloberflächen und "begradigt" die "Kraterlandschaft". Außerdem wirken die Verschleißschutzkomponenten auf chem. Wege im Tausendstel-Millimeterbereich in die Metalloberfläche ein und machen die Oberflächenspitzen gewissermaßen geschmeidig, somit wird ein Brechen (Verschleiß) verhindert. Diese Schutzschicht hat mehrere Effekte:
1. Schmierfilm auch beim Starten des kalten Motors schon da (Notschmierungseffekt), ähnlich wie beim Ester-Öl.
2. Allgemein Reibungsverminderung (Kraftstoffverbrauch geht runter, Motor dreht leichter hoch, auch bei eingelaufenen Nocken ist dies in geringem Maß spürbar, kein Witz!)
3. Dichtungen werden geschmeidiger (weniger Ölverlust/-verbrauch)
4. Kompression steigt (Kolbenringabdichtung), "Durchpumpen" wird verhindert
5. Ablagerung von Ölkohle (die entsteht unweigerlich, auch beim besten Öl) wird verhindert

B) So, was passiert jetzt im warmen/heißen Zustand: Durch den hohen Polymeranteil im Produkt bleibt der Booster recht dickflüssig und gleicht damit den Viskositätsverlust aus. Zusätzlich wird durch den höheren Flammpunkt der Ölverkokung entgegengewirkt (gänzlich verhindern läßt sie sich aber natürlich nicht). Was aber jetzt besonders für gelaufene Motoren interessant ist: Die Schmierfilmdicke ist höher als beim Öl ohne Booster und das ist gerade im Lagerbereich, z.B. Nockenwellenlagerung, wichtig, siehe dazu meinen Beitrag Kopfrißproblematik. Grundsätzlich hilft hier übrigens natürlich das Ausweichen auf ein möglichst hochtemperaturstabiles Öl (xxW-50 oder 60 z.B.), möglichst mit Ester-Anteilen, denn da bleibt das Öl bei gleicher Fahrweise zudem noch kühler! Ein deutlich hörbarer Effekt ist gerade bei Fahrzeugen mit lautem Ventiltrieb, z.B. dem M20 (Rasseln), aber auch M40 (Hydrostößelklappern), daß der Motor deutlich leiser/smoother läuft, vorausgesetzt, es liegt kein wirklich relevanter mechan. Defekt vor, denn Wunder gibt's keine und verschlissenes Material läßt sich schwer wieder auftragen, *grins*. Scherstabilität und Druckaufnahmevermögen steigen mit dem Booster übrigens auch beträchtlich, kann man auch selber ausprobieren, wenn man eine Timken-Stahlwellen-Maschine hat.

So, genug der Hintergründe, wie immer gilt halt: Ausprobieren und selber ein Urteil bilden, Werbung und Datenblätter machen ja immer tolle Versprechungen, die Praxis zeigt's!

Ach ja - wie Du selbst schon gesagt hast: Das beste Öl und auch das beste Öl-Additiv nützt nichts, wenn der Motor nicht richtig sauber ist, also Motorinnenreinigung machen, logo.

Mit sportlichem Gruß und gut geölt
Sven