DIY/FAQ:    --===> Kopfri´problematik beim M20 <===--

Die Nockenwellenlager im M20-Kopf sind der Schwachpunkt, also ein konstruktives Problem: Bei hohen Drehzahlen fängt aufgrund von verschleißbedingtem Lagerspiel der hintere Bereich der Nockenwelle zu schwingen an (vorne wird er ja vom Zahnriemen festgehalten) und irgendwann reißt der Zylinderkopf dann in diesem Bereich. Einzig wirksame Gegenmaßnahmen:

(1) Hohe Drehzahlen meiden (kein Witz, aber kaum praktizierbar, außer beim eta)
(2) Richtiges Öl verwenden!

Tja, das ist allerdings ein heikles Thema und ich weiß, daß ich jetzt gleich verrissen werde, aber trotzdem: Wenn Du sehr zahm fährst, dann kannst Du es auch mal wagen, ein sehr "dünnes" Öl zu fahren, vorausgesetzt, Du hast praktisch Null Ölverbrauch/-verlust. Zahm fahren heißt übrigens hier analog zur These oben (ich rede jetzt eigtl. immer vom warmen Motor): Selten Vollast, auch nicht untenrum, speziell nicht bei hohen Öltemperaturen und das ist ziemlich direkt abhängig von der Außentemperatur. Das Problem ist übrigens, daß gerade ein 0W-40 Öl z.B. eine extreme Viskositätsspanne bewältigen muß und gerade mal auf die Einhaltung der vorgeschriebenen Normen getrimmt ist, mit der Praxis von Heizern hat das dann nicht mehr viel zu tun und Ölverbrauch, naja, bin schon still... Dauervollast-Fahrer, die es auch im Hochsommer auf der Bahn mal über viele km krachen lassen, sollten gerade beim M20 ein Öl mit ausreichender Reserve "nach oben" verwenden. Leider kann man nun nicht nur einfach nach der Viskosität gehen, also z.B. 10W-60 = besser als 15W-50, im Gegenteil, denn da geht es grundsätzlich nur um die Viskosität und die wird nur bei bestimmten Temperaturen des Öls gemessen. Beispiel: Rennfahrer berichten, daß sie nach ein vielen Runden auf dem Ring bei einem 10W-60 Öl (Marke nenn' ich jetzt mal nicht), plötzlich irrsinnig hohe Öltemperaturen und stark abfallenden Öldruck haben. Probeweise umgestellt auf 15W-40/50, und siehe da: Öldruck o.k. und bei GLEICHER Fahrweise bleibt das Öl kühler! So, was passiert speziell beim M20/M10/M30 und anderen Motoren mit Kopfrißproblematik: Wenn das Öl an seiner oberen Temperaturgrenze ist, also im Bereich der Nockenwelle den aufeinandergleitenden Metallteilen nicht mehr genügend "Gegen"-Druck bieten kann, dann steigt nicht nur der mechan. Verschleiß an sich, sondern die Nockenwelle fängt verstärkt an zu schwingen (je größer das Lagerspiel schon geworden ist, desto schlimmer) und irgendwann reißt der Zylinderkopf an benachbarten Stellen. Dies ist wie gesagt umso schlimmer, je höher die Drehzahl, logo. Jetzt versteht man auch schnell, warum gerade Dauervollast auf der AB im Hochsommer so kritisch ist. Und jetzt die ultimative - und bewußt provokante - Schlußthese: Nimm' ein gutes Marken-15W-40/50/60 (je höher letztere Zahl, desto besser), das hat nämlich eine bessere "Dämpfung" im kritischen Lagerbereich und der Kopfriß wird hinausgezögert. Übrigens ist das nicht auf meinem Mist gewachsen, was ich hier geschrieben habe, draufgebracht hat viele von uns hier im Forum (und auch in anderen Foren) der Betreiber der Webseite www.motorrevision.de, der hat nämlich schon hunderte von M20-Motoren zerlegt/repariert und kennt die Schwächen sehr genau aus langjähriger Instandsetzung, an der Stelle auch mal ein großes Dankeschön an ihn für viele, viele Tips!!!

Mit sportlichem Gruß
Sven

P.S.: Eine Ausnahme bildet übrigens laut meiner Erfahrung der eta, der ist der robusteste M20, was den Kopf anbelangt, trotzdem er 3 Nockenwellenlager weniger hat.